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22.02.2012


Gorch Fock nach Hause beordert

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 22.01.2011

In den letzten Tagen überschlagen sich die Nachrichten über die Vorkommnisse an Bord des Segelschulschiffes Gorch Fock. Nach dem Tod der im November im brasilianischen Salvador da Bahia verunglückten Offiziersanwärterin sei es an Bord zu einigen unpassenden Vorfällen gekommen. Die Ausbildungsfahrt wurde daraufhin abgebrochen und die Gorch Fock setzte ihre Reise mit der Stammbesatzung fort. Nun erhebt die Mutter der Soldatin schwere Vorwürfe gegenüber den Verantwortlichen. In diesem Zusammenhang wurden weitere Details über den ruppigen Umgangston und den rauhen Gepflogenheiten an Bord bekannt. Es wurde eine Untersuchung in Gang gesetzt, die sich bereits wieder auf der Marineschule in Flensburg befindlichen Offiziersanwärter befragt, und auch eine Kommission nach Argentinien entsandt, um an Bord die Lage zu klären.
Die negative Medienpräsenz, Berichte über Meuterei und Interviews, in der sich ein Soldat sehr negativ über die Geschehnisse an Bord äussert, brachte das Fass zum Überlaufen. Die Gorch Fock, die zur Zeit vor einer Webcam im argentinischen Ushuaia liegt, wurde von Verteidigungsminister zu Guttenberg umgehend nach Hause beordert und der amtierende Kommandant, Kapitän Norbert Schatz, mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben. Der Untersuchungskommission, die am kommenden Donnerstag vor Ort erwartet wird, gehört auch Schatz´ Vorgänger Michael Brühn an, der das Schiff zurück nach Kiel bringen soll. Sie wird ihren Heimathafen bereits im März erreichen und bis auf weiteres stillgelegt.

Bei KNSpiegel und Focus kann man sich über den Stand der Dinge informieren, auf ESYS gibt es einen lesenswerten Artikel.

Die Entscheidung von Minister Guttenberg erscheint etwas vorschnell. Die Untersuchung der Vorfälle ist ja noch nicht abgeschlossen, die Truppe kommt ja auch erst am Donnerstag überhaupt in Argentinien an. Durch die ungünstige Häufung der Zwischenfälle in der Bundeswehr zur Zeit scheint der Minister, der ja viel Wert auf seine Imagepflege legt, aber gehörig unter Druck zu geraten. Zu den Berichten über geöffnete Feldpost und den bei unsachgemässem Umgang mit der Dienstwaffe “versehentlich” erschossenen Soldaten, passen ihm die Geschichten so gar nicht in den Kram. Um sich nicht den Vorwurf einer zu laschen Führung gefallen zu lassen, wollte er nun Stärke demonstrieren und auf das in den letzten Tagen oft abgelegte Versprechen einer lückenlosen Aufklärung nun erste Taten folgen lassen.
Es gibt aber auch Stimmen, die ein ganz anderes Bild von der Stimmung an Bord wiedergeben. Sicherheit an Bord werde grossgeschrieben, der Kapitän Norbert Schatz sei ein freundlicher und offener Kommandant und das Aufentern, das Klettern in die Masten des Schiffes, vollkommen freiwillig. Auf einer privaten Homepage des Schiffes liest man aus den Gästebuchkommentaren der Mutter eines 2002 verunglückten Soldaten, sie sei damals sehr gut informiert worden und stellt der Marine ein durchweg gutes Zeugnis aus.

Natürlich passen die Details über den rauhbeinigen Umgangston auf der Bark nicht in das repräsentative Konzept der Bundeswehr und speziell der Gorch Fock. Der harte Tonfall, mit denen die Soldaten konfrontiert werden, erstaunen ja nicht grundsätzlich. Selbst Sprüche unter der Dusche liegen wohl innerhalb dessen, was man so vermuten würde, ohne dass man gleich von sexueller Belästigung sprechen muss. Sollten die Berichte jedoch stimmen, so ist es direkt nach dem Tod der Soldatin an Bord zu einigen Geschmacklosigkeiten gekommen, die eindeutig zu weit gingen. Auch ist die Häufung der tödlichen Unfälle auffällig. Auf vergleichbaren Schiffen anderer Nationen kam es im gleichen Zeitraum nicht zu einer solchen Bilanz.
Hier wird eine Untersuchung hoffentlich Licht ins Dunkel bringen. Was die weitere Zukunft des teuren Prestigeobjektes angeht… wir werden sehen.

Hier ein Videozusammenschnitt der aktuellen Berichterstattung:

Die Color Line wird 50!

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 19.01.2011

Weiter geht´s im  Jubiläumsjahr: Nicht nur der Kielmonitor hat Geburtstag, wir werden ja 10, die Color Line feiert ein halbes Jahrhundert und gibt einen aus!

Genau genommen ist die Color Line erst 21. Sie wurde 1990 durch den Zusammenschluss der Jahre Line und der Norway Line gegründet. Aber, und wir finden das zählt auch, hat die Jahre Line am 2. Mai 1961 den Fährbetrieb zwischen Kiel und Oslo aufgenommen. Und weil der Laden so gut lief, haben die dann auch 1965 schnell ein zweites Schiff angeschafft und verkehren auf der Strecke seither täglich im Wechsel. Etwa 50.000 Menschen reisten im ersten Jahr auf dieser Strecke. Zum Vergleich: Im letzten Jahre wurden mehr als eine Million Passagiere befördert.

Seitdem hat sich natürlich einiges geändert. Heute haben wir uns schon an die Color Fantasy und die Color Magic gewöhnt. Die meisten von Euch können sich aber auch noch gut an die Kronprins Harald und die Prinsesse Ragnhild erinnern. Ein kurzer Rückblick gefällig?

Die Prinsesse Ragnhild wurde 1981 bei HDW in Kiel gebaut und fuhr bis Dezember 2004 zwischen Kiel und Oslo hin und her. Sie war das Schiff, das 1992 um 33,5 Meter verlängert wurde. Vielleicht habt Ihr noch den Brand im Maschinenraum im Kopf? Nachts um 2 wurde “Mayday” gefunkt und das Schiff mit über 1000 Passagieren an Bord sicher evakuiert.
2004 kam dann die Color Fantasy. Gegen die neue “Kreuzfahrergeneration” sah die Prinsesse Ragnhild natürlich alt aus. Bis 2008 war sie zwischen Hirtshals, Stavanger, Bergen und Oslo unterwegs, bis sie von der Color Line verkauft wurde. Seitdem hat sie Kreuzfahrermässig das ganz grosse Los gezogen: Sie fährt nun unter dem Namen M/S Bahamas Celebration zwischen Florida und den Bahamas. Na, wenn das man nichts ist!

Kronprins Harald verknüpfte seit 1987 zusammen mit Prinsesse Ragnhild Norwegen und Deutschland. Er hielt immerhin bis 2007 durch, bis ihn die Color Magic aus der Förde kickte. Die Fähre lief im Sommer 1999 spektakulär im Oslofjord auf Grund, alle 1400 Passagiere blieben unbeschadet. Unglücklicherweise war das nur eine Woche nach dem Brand auf der Prinsesse Ragnhild, so dass für die nachfolgenden Werftarbeiten die Verbindung Kiel-Oslo erstmalig seit 1961 unterbrochen war.
Kronprins Harald hatte seine letzte Abfahrt am 31. August 2007. Nun heisst er M/S Oscar Wilde und verbindet Irland und Frankreich.

So, und nun lässt die Color Line also die Korken knallen und gibt einen aus! Die Geburtstagsgeschenke sehen folgendermassen aus:
Wer an Bord auf einer Reise zwischen Kiel und Oslo seinen 50. Geburtstag feiert, muss nur die Hälfte bezahlen. Wer im Mai seinen 50. Geburtstag hat, zahlt ebenfalls nur die Hälfte. Sorry, Youngsters gehen leer aus…
Abgesehen vom täglichen Liniendienst, versucht die Color Line mit monatlich wechselnden Reisepaketen mit Angeboten an Land (Oper, Fjordtour, Wandern etc.), Gäste zu einer Reise zu ermuntern.

Vielleicht geht ja einer der kielmonitor.de-Lesern auf Tour nach Oslo und hat Lust, hier über seine Reise zu berichten?

Bildcredit:
oben – © Color Line
mitte – Matthias Schalk unter CC-BY-SA-3.0
unten – VollwertBIT unter CC-BY-SA-2.5

Taufe der AIDAsol in Kiel

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 12.01.2011

Die Kreuzfahrer-Saison startet im April gleich mit einem Riesenknaller und damit vielleicht der Ejaculatio praecox des Jahres 2011: Der Taufe der AIDAsol in Kiel. Die AIDAsol gehört mit 252 Metern Länge und 71100 BRZ zu den Jumbos der Kreuzfahrerszene. Das damit achte Schiff der AIDA-Reihe wird soeben in der Meyer-Werft in Papenburg fertiggestellt (hier Webcam), Nummer neun und zehn sind bereits bestellt.

Das Boot kann sich natürlich sehen lassen. Auf 14 Decks erwartet die Passagiere Luxus und Unterhaltung rund um die Uhr. Der Wellnessbereich, der sich über 2603 Quadratmeter erstreckt, ist der grösste schwimmende Spa-Bereich der Welt. Zahlreiche Restaurants und Bars sorgen für das leibliche Wohl. Sogar eine eigene Brauerei befindet sich an Bord und sorgt für ausreichend Nachschub an der Bierfront.

Am 3. und 5. April besucht die AIDAsol schon einmal Kiel zur Stippvisite, um vor der Taufe zu zwei sogenannten Fanreisen, zweitägigen Touren auf der Ostsee aufzubrechen. Am 9.  April findet dann im Kieler Hafen die feierliche Taufe statt, von der die AIDAsol gegen 23.00 Uhr auf ihre erste Kreuzfahrt gehen wird, die sie über Kopenhagen, Oslo, London/Dover, Paris/Le Havre und Amsterdam am 18. April nach Hamburg führen wird. Kurzentschlossene blicken aber leider in die Röhre, die Tour ist natürlich seit langem komplett ausgebucht.

Das genaue Programm der Taufe wird noch geheim gehalten. AIDA sucht jedoch zur Zeit unter begeisterten Kreuzfahrern nach einer Taufpatin, die an der Seite des Kapitäns die Sektflasche schwingen wird. Ab dem 15. Januar könnt Ihr Euch für den Job auf der AIDA-Facebookseite bewerben. Die Vorauswahl findet auf Facebook statt, die Endrunde unter den 20 Favoritinnen auf den Fanreisen in der Woche vor der Taufe. Kleiner Haken: Die wollen Mädels sehen, Jungs keine Chance, verkleiden gildet nicht.

Einen ordentlichen Traumschiffkapitän hat man auch schon gefunden: Kapitän Detlef Harms wird als erster das Steuer der AIDAsol übernehmen. Der Mann ist natürlich mit allen Wassern gewaschen und hat schon einige Dampfer gelenkt. “Wir sind früher oft mit einem kleinen Kutter auf die Ostsee hinaus gefahren. So ist meine Leidenschaft für die Seefahrt wohl entstanden“, erklärt Kapitän Harms. Na, denn man tau!

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