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Ersatz für LISCO GLORIA gefunden

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 14.10.2010

Wie die Rettungsleitstelle meldet, werden die Löscharbeiten auch am heutigen Donnerstag fortgesetzt, da es auf Deck 4 weiterhin brennt. Die relativ grossen Mengen Löschwasser an Bord erschweren die Arbeit zusätzlich. Am Donnerstagnachmittag wird ein Tankschiff erwartet, dann kann mit dem Abpumen des Wassers begonnen werden. Man rechnet damit, dass sich dann auch die Stabilität den Schiffes verbessert und somit die Löscharbeiten auf Deck 4 intensiviert werden können.
Gestern gelangte Löschwasser aussenbords, dass eine ölige Konsistenz hatte. Anhand von Proben wurde festgestellt, dass tierische Fett enhalten waren, das wahrscheinlich von Lastwagenladungen mit Futtermitteln oder Tiertransporten stammt.
Das Schdstoffbekämpfungsschiff VILM ist zur Zeit vor Ort
Sobald das Schiff gelöscht und stabilisiert ist, soll es nach Odense zur dänischen Werft Fayard geschleppt werden, wo nach genaueren Untersuchungen über das weitere Schicksal bestimmt wird.

Die Reederei der LISCO GLORIA, DFDS Seaways teilte unterdessen mit, dass ein Ersatzschiff für die Linie Kiel-Klaipeda gefunden wurde, die zur Zeit von der LISCO MAXIMA alleine bedient wird. Ab kommenden Sonntag wird die unter italienischer Flagge fahrende BALTIC AMBER den Linienverkehr aufnehmen. Das von der schwedischen Reederei Stena RoRo gecharterte Ro-pax-Schiff hat mit 2256 Lanemetern und Platz für 400 Passagiere eine ähnliche Kapazität wie die verungkückte LISCO GLORIA. Die BALTIC AMBER, die bisher für die lettische Gesellschaft AVE LINE zwischen Riga und Travemünde verkehrte, befindet sich bereits auf dem Weg nach Klaipeda.

Bildcredts:
oben: © Roland Rademacher
unten:
Balticseaferries
(CC Lizenz 3.0 by-sa)

Bericht zur Lage auf der LISCO GLORIA

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 13.10.2010

Hier die heutigen Pressemitteilungen der dänischen Rettungsgesellschaft:

Update 12. Oktober 09.45 Uhr:
Die Bergungsgesellschaft SMIT wird heute die Inspektion der LISCO GLORIA fortsetzen. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Zugang zu den tiefer liegenden Decks, sowie dem Sichern des Verschlusses der Ventile von Öl- und Ballasttanks. Durch das Umpumpen des Wassers im Rumpf in die Ballasttanks oder in ein Tankschiff soll die die Stabilität bestimmt werden. Es soll unter Umständen ein Modellversuch abgewartet werden, da vermutet wird, dass die Konditionen der Abreise aus Kiel am Freitag im Brand verloren gegangen sind [? Anm. d. Übers.]. Weiterhin ist keine Ölverschmutzung im Gebiet festgestellt worden.

Update 12. Oktober 23.00 Uhr:
Es war noch nicht möglich, die Stabilität der LISCO GLORIA sicherzustellen. Den ganzen Tag über hat man versucht, das Feuer auf Deck 4 zu löschen.
Die Temperatur im Maschinenraum ist gefallen und lag gegen 18.00 Uhr bei 40-60 Grad. Löschmannschaften haben den Kontrollraum erreicht, der unbeschadet aussah. Die Wassermenge, die auf sich Deck 4 befindet, wird mit 150 Tonnen veranschlagt. Am Mittwoch werden ca. 16 Tonnen Ausrüstung erwartet, die unter anderem aus Pumpen, Beleuchtung und Tauen besteht. Man versucht weiterhin, einen Überblick über die Stabilität der Schiffes zu gewinnen. Man geht davon aus, dass die LISCO GLORIA zu FAYARD in Odense geschleppt wird.
Nächste Pressemitteilung Mittwoch Mittag.

Übersetzung von uns.

Pressemeldung der Wasserschutzpolizei Schleswig Holstein 15.46 Uhr:

Kiel (ots) – Im Bereich Falshöft-Kalkgrund wurde dem Wasserschutzpolizeirevier Flensburg eine Gewässerverunreinigung gemeldet. Es könnte sich um Brandrückstände von der Fähre “Lisco Gloria” handeln. Die Kollegen aus Flensburg nehmen zurzeit die Verunreinigungen in Augenschein. Ein Zusammenhang mit dem Brand wird geprüft.

LISCO GLORIA: Update der Rettungsleitstelle

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 12.10.2010

Um 23:53 gab es ein Update der dänischen Rettungsleitstelle Søværnets Operative Kommando (SOK):

Die höchste Temperatur, die heute an Bord der LISCO GLORIA gemessen wurde, waren 80 Grad Celsius auf Deck 4. Auf dem übrigen Schiff beträgt die Temperatur 10-25 Grad Celsius.

Die angeheuerte Bergungsgesellschaft ist bis hinunter zur Hauptmaschine und zum Generatorraum der LISCO GLORIA gelangt. Es wurden keine ernsthaften Schäden im Zusammenhang mit dem Brand oder dem Löschwasser festgestellt. Die Spezialisten der Bergungsgesellschaft haben die Ventile zum Ballast- und Öltank geschlossen.

Die Bergungsgesellschaft hat verschiedene Löcher in Deck Nummer 6 geschnitten und das Deck Nummer 5 mit Kameras untersucht. Es gibt keine Anhaltspunkte für Wasser auf diesem Deck, aber es ist noch zu warm für eine physische Inspektion.

Die Bergungsgesellschaft wird sich morgen Zuguang zu Deck Nummer 4 verschaffen.

Das nächste Update folgt am Dienstag vormittag.

Übersetzung von uns.

LISCO GLORIA: Bergungsexperten an Bord

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 11.10.2010

Lisco Gloria

Am heutigen Tage sind die Temperaturen an Bord der LISCO GLORIA soweit abgesunken, dass Bergungsspezialisten der niederländischen Firma SMIT SALVAGE an Bord gehen konnten. Sie spüren die restlichen Brandnester auf und bereiten das Abpumpen des Löschwassers vor, das zuletzt ein Schlagseite von 15-20 Grad verursacht hatte und ein Schleppen der Fähre in einen Abwrack(?)hafen risikabel machte. Die Spezialisten scheiden sich in den Maschinenraum vor und beurteilen die Lage. Dann soll das Wasser abgeleitet werden. Das Löschwasser soll in tiefere Deck geführt werden, und dann nicht, wie allgemein berichtet, aussenbords gepumpt werden, sondern entweder in die an Bord befindlichen Ballasttanks oder in Tankschiffe abgepumpt werden, da es Öl und andere Giftstoffe enthalten kann.

Wir haben Euch den letzten Report der dänischen Rettungsgesellschaft übersetzt:

Update vom 11. Oktober, 13:15
Die Temperatur im Schiff ist so deutlich gefallen, dass wir hier am Vormittag Bergungsexperten an Bord der Fähre LISCO GLORIA übersetzen konnten.
Die Brandexperten sind Angestellte der  Bergungsfirma SMIT und für diese Aufgaben speziell ausgebildet. Sie verfügen über Ausrüstung um durch den Stahlrumpf zu schneiden und um giftige Dämpfe zu messen.
Die Spezialisten sollen eventuelle Brände an Bord löschen, eventuelle giftige Gase messen und brauchbare Ablaufwege zu den unteren Decks finden.

Soweit die Verhältnisse an Bord es zulassen, soll das Wasser, das sich an Bord befindet, entweder in die Ballasttanks, oder in externe  Tanks gepumpt werden. Aufgrund des Risikos einer Umweltverschmutzung wird das Wasser, das sich an Bord befindet nicht hinaus ins Meer gepumpt.

Die dänische Rettungsgesellschaft hält ständig GUNNAR SEIDENFADEN, GUNNAR THORSON und MARIE MILJØ im betroffenen Seegebiet als Bereitschaft für den Fall einer Verschmutzung.

Bisher ist kein Öl am Unglücksort ausgelaufen.

EDIT 00:00: GUNNAR SEIDENFADEN und MARIE MILJØ liegen im Hafen von Bagenkop, GUNNAR THORSON, ASTERIX und FAIRPLAY 26 sind vor Ort, SCHARHOERN liegt 17 Meilen entfernt. Man ist also in guten Händen…

Wird die LISCO GLORIA in Kiel repariert?

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 11.10.2010

So sah die Lisco Gloria gestern vormittag aus. Nachdem heute die ersten Brandschutzexperten an Bord waren, wird gemeldet, dass der Maschinenraum fast unvesehrt ist. Vielleicht ist eine Reparatur ja doch noch möglich? Auch wenn man sich das nicht vorstellen kann bei den Bildern.

Die Versicherung meldet als Möglichkeit sogar Kiel. Wäre ja schön, wenn sie bei uns repariert wird.

LISCO GLORIA: Deutsche Bergungsschiffe rücken ab

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 10.10.2010

Nachdem um Mitternacht die dänische Einsatzleitung Søværnets Operative Kommando (SOK) die Koordination der Bergung des Unglücksschiffes südlich von Langeland übernommen hatte, wurden die deutschen Schiffe nach und nach abgezogen. Soeben hat das Schadstoffbekämpfungsschiff Scharhörn den Ort des Geschehens verlassen,  der deutsche Schlepper Fairplay 26, der dänische Schlepper Asterix, sowie die beiden grossen dänischen Hochseeschlepper Gunnar Thorson und Gunnar Seidenfadenhalten die Stellung. Das Ölbekämpfungsschiff Marie Miljø liegt in Bagenkop.
Laut Havariekommando brannte das Schiff zuletzt noch im Bereich der Heckklappe, jedoch schien das Feuer immer geringer zu werden. In der gesamten Nacht wurde das Schiff von den Schleppern Fairplay 26 und Asterix gekühlt. Ebenfalls in der Nacht war die Asterix kurz in Kiel, um Bergungsspezialisten abzuholen und zum brennenden Havaristen zu bringen. Noch heute sollen die Spezialisten an Bord gehen, um die letzten Glutnester zu löschen und Wasser abzupumen, damit die Lisco Gloria stabil in einen Hafen geschleppt werden kann. Wann es kühl genug ist, um die Unglücksfähre betreten zu können, weiss jedoch niemand. In der Nacht wurden mit Wärmebildkameras die Aussenhaut untersucht und Temperaturen von bis zu 300 Grad Celsius gemessen. An der Aussenseite des Schiffes, an einem Aussengang auf der Backbordseite (links), entstand ein Loch von etwa acht Quadratmetern. “Das Metall ist in diesem Bereich abgeschmolzen”, erklärte Dirk Reichenbach vom Havariekommando am Sonntag bei einer Fahrt mit Journalisten an den Ankerplatz des Schiffes vor der dänischen Insel Langeland. “Die Metallkonstruktion im Außenbereich hat massiv gelitten.” Das Unterwasserschiff scheint jedoch weitestgehend unbeschädigt. “Die Schlagseite ist nicht so gravierend, dass man mit einem Umkippen rechnen muss”, sagte Reichenbach. “Die Situation sieht derzeit stabil aus.”
Als Brandursache wird zur Zeit ein technischer Defekt an einem Kühlaggregat vermutet. Ein Matrose hatte bei einem Kontrollgang Rauch entdeckt und zunächst selbst einen Löschversuch gestartet. Das Feuer sei jedoch durch die Nähe zum Tank des Lastwagens schnell ausser Kontrolle geraten. Er habe dann den Kapitän alarmiert, der recht zügig die Evakuierung des Schiffes angeordnet hatte. Der glückliche Ausgang der Rettungsaktion ist mit Sicherheit auf das rasche Handeln des Kapitänes und der Crew der Lisco Gloria, sowie das ruhige Wetter zurückzuführen.

Bildergalerie des Havariekommandos in Cuxhaven

Amateurvideo auf Youtube:

Bergung der LISCO GLORIA wird vorbereitet. Feuer glimmt nur noch

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 10.10.2010

Das Havariekommando in Cuxhaven meldet am Sonntagmorgen eine stabile Lage der Lisco Gloria. Die Anker halten die Fähre auf der Höhe von Langeland. Der Brandherd glimme nur noch, so meldet jetzt der dänische Seerettungsdienstes SOK.

Unter der Gesamteinsatzleitung des Havariekommandos gelang es nach Angaben der Polizei  Schleswig-Holstein in der Nacht zu Samstag 249 Personen deutscher, russischer, litauischer, lettischer, dänischer und argentinischer Herkunft vom Bord der Fähre zu evakuieren. Insgesamt gab es 28 leicht verletzte Personen, die überwiegend Rauchgasvergiftungen erlitten. Davon werden 23 Personen stationär behandelt.

Die Ermittlungen zur Ursache des Brandes dauern an. Wobei der technische Defekt an einem transportierten LKW weiterhin im Focus der Untersuchungen steht.

Bergungsspezialisten der niederländischen Firma SMIT SALVAGE sind vor Ort in der Ostsee und im Havariestab in Cuxhaven.
Die Reederei DFDS hatte zuvor einen entsprechenden Vertrag an die Bergungsfirma vergeben. Die Bergungsspezialisten werden voraussichtlich am Vormittag mit der Arbeit beginnen. Das Schiff wird weiterhin gekühlt.

LISCO GLORIA: LKW-Defekt soll Brand ausgelöst haben

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 09.10.2010

Mehr Videos:
Video NDR aktuell extra: Fährunglück auf der Ostsee
Reuters Mitschnitt
stern.de Video

Stichwort RoPax
(Quelle: wikipedia.de)

RoPax steht als Kurzform für Roll On/Roll Off für Ladung sowie gleichzeitig für Passagiere.

Bei RoPax-Fähren, auch Kombicarrier genannt, handelt es sich um ein RoRo-Schiff mit Passagierkabinen. Sie sind eine Art Kombifähren mit der Möglichkeit, sowohl Ladung als auch Passagiere aufzunehmen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Beförderung von Ladung (Lkw).

RoPax-Fähren haben große, leicht und schnell zu be- und entladende Decks, speziell für Lkw, Anhänger und Pkw. Neben den öffentlichen Bereichen wie Restaurants, Kinos und Spielkasino gibt es Bereiche für Fernfahrer mit separaten Speiseräumen und Kabinen mit Duschen.

Die Stena Germanica III ist mit 240 Metern die längste RoPax-Fähre der Welt und mit einer Ladekapazität von 4200 Lkw-Metern die größte Fähre, die jemals in Kiel angelegt hat. Sie verkehrt seit dem 2. September 2010 zwischen Göteborg und Kiel.

Feuer auf der Lisco Gloria +++ 09.10.10 – 00:30 Uhr

Abgelegt unter Allgemein | kielmonitor-team | 09.10.2010

Glimpflicher Ausgang vor Fehmarn. Alle 240 Passagagiere der in Brand geratenen Fähre “Lisco Gloria” sind am Samstagmorgen in Kiel eingetroffen. Die Feuerwehr in Kiel spricht von etwa 20 Leichtverletzten. Die Puttgarden-Rødby Fähre Deutschland hat die Passagiere in der Nacht aufgenommen und sofort nach Kiel gebracht.
Die Presseagentur AFP meldet am Samstag Vormittag: Der Brand auf der “Lisco Gloria” konnte bislang nicht gelöscht werden. “Das wird sich noch hinziehen, das Schiff brennt lichterloh”, sagte der Sprecher. Die Fähre habe etwas Schlagseite bekommen, sei aber in einer stabilen Lage. Sie befinde sich jetzt in dänischen Gewässern. Brandbekämpfungseinheiten seien vor Ort.

Link zur Pressemeldung der Reederei (DFDS, Det Forenede Dampskibs-Selskab A/S)

Die Route der Lisco Gloria. Klaipeda-Kiel und letzte Nacht Kiel bis vor Fehmarn.
(Bild: marinetraffic.com | google maps)



Archivbild der Lisco Gloria in der Kieler Förde

Für Angehörige der geretteten Passagiere hat das Havariekommando ein Informationstelefon geschaltet. Auskunft gibt es unter der Nummer +49 (0)431 160 666.

EDIT: Links zu aktuellen Fotos der Situation vor Langeland befinden sich im Gästebuch

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