Schiff ahoi!

kielmonitor

Ob man sie für eine Augenweide (1,2) hält, ist sicherlich Geschmackssache. Einige vergleichen das schneeweisse Schiff mit einem Schwan, einige fühlen sich mehr an ein U-Boot erinnert. Spektakulär ist sie jedoch in jedem Fall. Bei der Gestaltung des militärischen Looks muss sich der französische Stardesigner Philippe Starck an der futuristischen Form eines amerikanischen Tarnkappenzerstörers der Zumwalt-Klasse „DD(X)“ orientiert haben.

Gestern öffneten sich für den jüngsten Neubau bei HDW die Tore des Docks und entliessen die 118 Meter lange Luxusyacht „Sigma“ (SF99) in ihr Element. Durch die Webcam des NDR ist sie an ihrem Liegeplatz an der Werft in diesen Tagen gut zu beobachten, auf der KaiKam befindet sie sich in der Mitte am rechten Bildrand, auf der des Hafenhauses oben rechts. Laut der Kieler Nachrichten sollen in den nächsten zwei Wochen die Bordsysteme auf der Förde getestet werden, zunächst noch in ständiger Begleitung zweier Hafenschlepper, bevor sich die Privatyacht, die auf dem zehnen Platz der grössten Privatyachten rangiert, Anfang März hinaus auf die Ostsee wagt.

Wie im Zeitrafferfilm der KaiKam dokumentiert ist, beschränkten sich die Testfahrten der ersten zwei Tage auf vor- und zurückmanövrieren am heimatlichen Kai. Wer der Eigentümer des etlichemillionendollarteuren Luxusspielzeugs ist, bleibt zunächst noch geheim. Gerüchten zufolge hat kein geringerer als der Schiffsliebhaber und Eigentümer des FC Chelsea, Roman Abramowitsch seine Finger im Spiel. Seine 115 Meter lange Yacht „Pelorus“ wird zur Zeit bei Blohm & Voss in Hamburg renoviert und erhält u.a. ein neues Helideck. Seine Leidenschaft für Superyachten teilt der russische Oligarch mit dem saudischen Scheich Al Sheik Modhassan, von dem er bereits zwei Schiffe, unter anderem besagte „Pelorus“ kaufte.
Dass Megayachten etwa eine Million Euro pro Meter kosten, engt den Kreis des möglichen Auftraggeber in jedem Fall stark ein. Die Werft hüllt sich bei der Frage nach dem Kunden bislang in eisernes Schweigen. Wir, soviel sei zumindest verraten, sind es jedenfalls nicht.