…und immer 'ne Handbreit Sand unterm Kiel!

kielmonitor

Les Sables d’Olonne ist ein verträumtes 15.000 Einwohner-Städtchen an der Westküste Frankreichs. Im Sommer kommen jedes Jahr viele, viele Badetouristen, im Winter ist am Strand und im Dorf in der Regel tote Hose. Das hat sich in den letzten Tagen geändert.
In der Nacht zum 10. März verfehlte der holländische Frachter ‚Artemis‘ im Sturm die Hafeneinfahrt und liegt nun auf dem kilometerlangen Sandstrand direkt vor der Promenade hoch und trocken.? Das Gute daran: Keine Ölpest wird befürchtet, kein Matrose wurde verletzt. Mannschaft und Lotse blieben auch gleich an Bord, denn man plante, den Havaristen in der nächsten Flut wieder freizuschleppen, was jedoch bisher misslang. Nun will man mit dem Abschleppen etwa vier Wochen? bis zur nächsten Springflut warten. Das wiederum reicht dem Bürgermeister von Les Sables d’Olonne nicht. Ihm wäre am liebsten, das 88 Meter lange Schiff würde am Strand in seine Einzelteile zerlegt und abtransportiert.
So eine tolle Attraktion könnte man sich auch in Falckenstein oder am Strand von Laboe vorstellen? Den Versuch gab es bereits: Am Nikolaustag 2005 lief die ‚Artemis‘ in der Kieler Förde vor Laboe auf Grund. Das beherzte Eingreifen von ‚Bülk‘ und ‚Falckenstein‘ verhinderten jedoch, dass der Strand in den darauffolgenden Wochen zum Anlaufpunkt tausender Schaulustiger wurde. Schade eigentlich, oder?

‚Artemis‘ durch die Webcam in Les Sables d’Olonne

Edit: Am Nachmittag des 20.3. wurde die ‚Artemis vom französischen Schlepper
‚Abeille Languedoc‘ im vierten Versuch vom Strand gezogen.